Kriminalstatistik · Deutschland & International

Tötungsdelikte
nach Geschlecht

Eine datenbasierte Übersicht zu Täter- und Opferkonstellationen in Deutschland, im EU-Vergleich und weltweit — auf Basis der BKA Polizeilichen Kriminalstatistik 2024 und der UNODC Globalstudie 2023.

Stand 2024 / 2025 Quelle BKA · UNODC · Statista Bezugsjahr Polizeiliche Kriminalstatistik 2024

Tötungsdelikte auf einen Blick

285
Vollendete Morde
§211 StGB · ≈ 0,8 pro Tag
668
Alle Tötungsdelikte
Mord + Totschlag + TaV · ≈ 1,8/Tag
94 %
Aufklärungsquote
Mord, Totschlag, Tötung auf Verlangen

Tatverdächtige nach Geschlecht

Männer
~87 %
≈ 581 Tatverdächtige / Jahr
Frauen
~13 %
≈ 87 Tatverdächtige / Jahr

Opfer nach Geschlecht

Männer
369
55 % aller Tötungsopfer 2024
Frauen
299
45 % aller Tötungsopfer 2024

Wer tötet wen?

Deutschland 2024 — vollendete Tötungsdelikte
Mann → Mann
~320
Häufigste Konstellation · Fremde, Bekannte, Konflikte, organisierte Kriminalität · überwiegend außerhalb der eigenen Wohnung
Mann → Frau
~261
Davon 132 durch (Ex-)Partner · 80 % im Partnerschafts- oder Familienkontext · häufig nach Trennungsversuch
Frau → Mann
~84
Davon 24 durch (Ex-)Partnerin · fast ausschließlich Partner oder Familienangehörige · oft nach langer Gewaltvorgeschichte als Opfer
Frau → Frau
< 5
Extrem selten · primär Kindstötungen (Neonatizid/Filizid) · Tötung fremder Frauen statistisch vernachlässigbar

* Konstellationsschätzungen berechnet aus BKA-PKS 2024: 668 Gesamtopfer, 87 % männliche Tatverdächtige, Opferverteilung 55/45 %, Partnerschaftsdaten BKA Lagebild Häusliche Gewalt 2024.

Kontextueller Hinweis

Männer werden deutlich häufiger außerhalb des Zuhauses durch Fremde oder Bekannte getötet — oft im Zusammenhang mit Kriminalität, Konflikten oder Substanzeinfluss. Frauen hingegen werden zu über 76 % in der eigenen Wohnung getötet, in 62 % der Fälle durch den Intimpartner.

Allein im Partnerschaftskontext wurden 2024 132 Frauen und 24 Männer durch die Partnerin bzw. den Partner getötet.

Wen töten Frauen — DE, EU & Weltweit?

Opfergeschlecht bei weiblichen Täterinnen
Ebene Frau → Mann Frau → Frau Hauptkontext
Deutschland ~96 % < 4 % Partner, Familie (>60 % der Fälle)
EU-Schnitt ~97 % < 3,5 % Intimpartner, Familienkontext
Weltweit ~96–97 % < 3,5 % Partner/Familie · Fremde extrem selten
Einordnung

Frauen greifen fast nie zu tödlicher Gewalt gegenüber fremden Frauen. Wenn Frauen töten, geschieht dies nahezu ausschließlich gegenüber Männern aus dem engsten sozialen Nahraum — fast immer nach einer Vorgeschichte als Gewaltopfer selbst oder im Kontext von Kindstötungen.

EU-Durchschnitt 2020

Opfer
Männliche Opfer 63 %
Weibliche Opfer 37 %
Höchster Frauenanteil 60 % (LV)
Täter
Täter männlich ~90–95 %
Täterinnen weiblich 5–10 %
Frau tötet Frau < 3,5 %
Ausnahmeländer
Mehr weibl. Opfer als männl. 7
Länder AT, CZ, IS, LV, NO, SI, CH
Grund Niedrige Gesamtrate

Weltweit — UNODC 2021 / 2023

Opferverteilung

Männliche Opfer81 %
Weibliche Opfer19 %

Mordrate pro 100.000

Männer9,3
Frauen2,2

Täterstruktur & Kontext

Tatverdächtige männlich 90 %
Verurteilte männlich ~95 %
Frauen getötet durch Partner/Familie 58 %
Männer getötet durch Partner/Familie < 6 %
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Was die Daten zeigen

Deutschland vs. Weltschnitt

Global sind 81 % der Opfer männlich — in Deutschland nur 55 %. Der Unterschied: Deutschland hat kaum Bandengewalt, keine Bürgerkriege, kaum bewaffnete Konflikte. In Ländern mit hoher Gesamtrate (Latein- und Zentralamerika) treffen diese junge Männer überproportional hart.

Universelles Muster

Auf allen Ebenen — DE, EU, weltweit — gilt dasselbe: Männer sind Täter und Opfer in der Mehrheit. Frauen töten fast nie andere Frauen. Wenn Frauen töten, geschieht es fast ausnahmslos im Nahbereich, gegenüber Männern, nach einer Gewaltvorgeschichte als Opfer.

Quellen: BKA Polizeiliche Kriminalstatistik 2024 · BKA Lagebild Häusliche Gewalt 2024 · BKA Lagebild Geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen 2024 · UNODC Global Study on Homicide 2023 · Statista / Bundeskriminalamt · UN Women Deutschland · Frauenhauskoordinierung · RWI Essen Unstatistik 09/2025 · PMC / Forensic Science, Medicine and Pathology (2024). Alle Angaben auf Basis polizeilich erfasster Hellfelddaten. Dunkelfeld nicht erfasst.